Junges U20 Team sorgt beinahe für Überraschung

geschrieben von Spielertrainer

Thomas Köhler

 

 

Am vergangenen Sonntag ging es für unser u20-Team, welches dieses Jahr als Spielgemeinschaft mit dem RSC Gera in der NRW-Landesmeisterschaft mitspielt, ins weitentfernte Krefeld zum ersten Spieltag der Saison. Dabei bekam man es direkt mit den beiden Schwergewichten aus Remscheid und Cronenberg zu tun. Das junge Team, in dem Ron, Matus, Thomas und Max aus Gera als einzige „echte“ u20-Spieler nur gut die Hälfte ausmachen, wird von unseren Youngsters Gideon, Moritz und Filip komplettiert und hatte so in der Form noch nie zusammen trainiert geschweige denn gespielt. So waren die Erwartungen nicht besonders groß. Vielmehr sollte gegen die beiden starken Gegner, bei denen zahlreiche Spieler fester Bestandteil in den Teams der 1. Bundesliga sind, die in der Ostdeutschenmeisterschaft vermisste Spielpraxis gesammelt werden.

 

SG Chemnitz/Gera – IGR Remscheid     3 : 12

Die kurze Nacht und deutlich über fünfstündige Fahrt schien unserem Team wenig ausgemacht zu haben. Stattdessen konnte dem starken Gegner von Beginn an gut Paroli geboten werden. Mit einer engen Raumverteidigung konnte defensiv kompakt agiert und durch Konter immer wieder Nadelstiche gesetzt werden. In der 5. Spielminute gelang Remscheid jedoch das erste Tor, und nur wenig später zwei weitere. Doch davon ließ man sich nicht beeindrucken, sondern spielte auch nach vorn nun etwas mutiger und konnte sich einige Chancen herausarbeiten. Nach 10 gespielten Minuten konnte Thomas schließlich mit zwei schnell aufeinanderfolgenden Toren für den Anschluss zum 2:3 sorgen. Nachdem Remscheid wieder auf 4:2 erhöhte, hatte Thomas per Direkten die Chance zum erneuten Anschlusstreffer, scheiterte aber am Remscheider Torwart. Im darauffolgenden Überzahlspiel fehlte bei einem Lattentreffer das nötige Glück, welches wiederum der Gegner auf seiner Seite hatte, als er nach einem unglücklich von der Bande abgeprallten Ball auf 5:2 erhöhen konnte. Kurz vor der Pause gelang Remscheid mit einem Fernschuss noch das 6:2, doch alles in allem konnte man mit der gebotenen Leistung zufrieden sein. Nach dem Seitenwechsel konnte sich unser Team weiterhin vielversprechende Chancen herausarbeiten, ließ aber die nötige Konsequenz im Abschluss vermissen und agierte nun auch zunehmend fahrlässiger in der Abwehr. So gelang Remscheid in der 23. Spielminute per Konter das 7:2, ehe ein weiterer Fernschuss das 8:2 markierte. In der Folge entwickelte sich ein zerfahrenes Spiel, bei dem die in der ersten Hälfte gut funktionierende Ordnung in der Abwehr nicht mehr stattfand und auf der anderen Seite zahlreiche Möglichkeiten für den eigenen Torerfolg liegen gelassen wurden. Remscheid kam nun immer wieder zu gefährlichen Kontern und konnte diese dann auch gleich drei Mal im Minutentakt nutzen. Trotz des Spielstandes von 2:11 und dem nun herrschenden Chaos in der Defensive, spielte man weiter nach vorn. So gelang Moritz das 3:11 in der 36. Spielminute, als er den U20-Nationaltorhüter aus Remscheid überwinden konnte. Kurz vor Schluss sorgte Remscheid dann noch für den 12:3 Endstand. Trotz der deutlichen Niederlage gab es aber keinen Grund die Köpfe hängen zu lassen, war es doch für das junge Team in dieser Konstellation das erste Spiel gegen die gut eingespielte und erfahrene Remscheider Truppe.

              

SG Chemnitz/Gera – RSC Cronenberg   6 : 7

Hoch motiviert ging es gegen überraschte Cronenberger in das zweite Spiel des Tages. Nachdem Gideon bereits in der zweiten Spielminute für den ersten Treffer sorgte, konnte Thomas nur eine Minute später auf 2:0 erhöhen. Noch in derselben Minute gelang Cronenberg der Anschlusstreffer, jedoch schienen die Wuppertaler mit der sehr kompakten Verteidigung unseres Teams überfordert zu sein. So wurde wenig zugelassen und Ron hielt sein Team mit starken Paraden im Spiel. Es dauerte bis zur 12. Spielminute, ehe Cronenberg der Ausgleich gelang. Nachdem man wenig später das 2:3 hinnehmen musste, hatte Filip nach tollem Solo den Ausgleich auf dem Schläger, aber nicht das nötige Glück, als sein Ball die Querlatte traf. Stattdessen konnte Cronenberg eine Minute vor der Halbzeit auf 4:2 erhöhen. Doch diesmal fand kein Bruch im Spiel, wie zuvor gegen Remscheid, statt. Im Gegensatz dazu setzte Max mit dem nötigen Willen nach und bescherte wenige Sekunden vor der Pause den wichtigen Anschlusstreffer. Nach dem Seitenwechsel gelang Max nach tollem Zuspiel durch Gideon der Ausgleich, und nur zwei Minuten später konnte Thomas sein Team sogar mit 5:4 in Führung bringen. Obwohl Cronenberg nun den Druck erhöhte, ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen. Dem Spielverlauf geschuldet hatte man nun auch das nötige Selbstbewusstsein, und so konnten Matus, Moritz, Gideon und Co. teils gegen mehrere Gegner den Ball behaupten. In der Verteidigung agierte man weiterhin sortiert und mannschaftlich geschlossen, sodass es über weite Strecken so aussah, als hätte man den Cronenbergern den Zahn gezogen. In der der 30. Spielminute gelang diesen dann allerdings der Ausgleich, und als nur wenige Minuten später zwei schnelle Tore zum 7:5 gar für eine gegnerische Zwei-Tore-Führung sorgten, schien das Spiel entschieden. Doch die Jungs um Kapitän Max gaben nicht auf, und die Schlussoffensive wurde sogar noch mit dem Anschlusstreffer und zugleich drittem Tor durch Max belohnt. Mehr war aber am Ende nicht drin, und so musste man sich letzten Endes dann doch dem haushohen Favoriten aus Cronenberg geschlagen geben.    

 

Gelohnt hat sich der Weite Weg also allemal, hat man sich doch gegen die wahrscheinlich besten zwei Mannschaften in dieser Altersklasse als völlig neu zusammengewürfeltes und sehr junges Team über weite Strecken teuer verkauft und wichtige Spielpraxis sammeln können. Die gezeigten Leistungen machen ebenfalls Hoffnung für die kommenden Spiele gegen Düsseldorf, Krefeld und Wuppertal, in denen man sich durchaus den einen oder anderen Punkt erkämpfen kann.

 

Für die SG Chemnitz/Gera spielten:

im Tor: Ron Naß

Feldspieler: Filip Zika, Gideon Liebmann, Matus Pijala, Max Rehfeld, Moritz Mühlmann, Thomas Köhler