Aufholjagd ohne Happy End

22.05.2016

geschrieben von Trainer Thomas Köhler

 

Am vergangen Samstag fand der letzte Spieltag der Ostdeutschen Meisterschaft in der Altersklasse u13 auf der heimischen Rollbahn am Küchwald statt. Nach den drei bisherigen Spieltagen deutete sich bereits an, dass der SV Motor Falkensee als Sieger aus der Nachwuchsliga hervorgehen würde, konnten sich die Berliner doch dreimal knapp gegen unsere Jungs durchsetzen und die anderen Spiele nach Belieben dominieren. Unserem Team dagegen war der zweite Platz kaum noch zu nehmen, denn in den anderen Partien gegen Gera und Böhlitz-Ehrenberg wurde man stets der Favoritenrolle gerecht. Somit galt es nun, vor heimischem Publikum noch einmal alles zu zeigen und die Meisterschaft mit schönen Spielen abzuschließen.

 

RSC Chemnitz – RHC Aufbau Böhlitz-Ehrenberg                 4 : 1

Im ersten Spiel ging es gegen das Team aus Leipzig, welches bisher stets spielerisch dominiert werden konnte. Doch in den Anfangsminuten schienen unsere Jungs schläfrig zu sein und das Spiel nicht richtig ernst zu nehmen. Bereits in der dritten Minute konnte Böhlitz mit 1:0 in Führung gehen, nachdem bei einem Konter der Ball unter Toms Matte durchrutschte. Doch das war der Weckruf, und so konnte Simon noch in derselben Minute durch einen tollen Fernschuss zum 1:1 ausgleichen. Fortan versuchten Antonio, Aaron, Jakob und Simon die entscheidende Lücke in der engstehenden Leipziger Verteidigung zu finden. Doch die letzte Konsequenz wurde vermisst und somit dauerte es bis zur 10. Minute, ehe Daniel nach tollem Solo unser Team zum ersten Mal in Führung brachte und den 2:1 Halbzeitstand markierte. Nach der Pause wurde das Spiel weiterhin kontrolliert, einzig die Tore wollten nicht fallen. Arian, der noch vom Fußballturnier am Vortag geschafft war, kämpfte trotzdem um jeden Ball und konnte weiter Spielpraxis sammeln. Bis zur 17. Spielminute dauerte es, ehe Simon die Führung ausbauen konnte und bereits zwei Minuten später war es dann Raik, der für den 4:1 Endstand sorgte. Der Auftakt war geglückt aber zugleich war auch klar, dass es einer gehörigen Leistungssteigerung bedarf, wollte man denn gegen die Falkenseer Jungs an diesem Tag etwas bewegen.

 

RSC Chemnitz – RSC Gera II                4 : 1

Gegen das Geraer Team um den straken Kapitän Gustav hat man beim letzten Aufeinandertreffen beinahe einen Sieg aus der Hand gegeben, als man in der vorletzten Spielminute nach einer 3:0 Führung noch den Ausgleich hinnehmen musste, dann aber doch noch verdient gewann. Nun war man gewarnt. Im Vergleich zum ersten Spiel gegen Böhlitz starteten die Chemnitzer Jungs besser in das Spiel und konnten in der 5. Spielminute durch ein Tor von Daniel in Führung gehen. Gemeinsam wurde verteidigt und auch nach vorn wurden sich nun mehr zwingende Möglichkeiten herausgespielt. Doch die nötige Durchschlagskraft und das Tempo im Spiel fehlten noch. Dennoch konnte Raik nach 8 Minuten auf ein dem Spielverlauf gerechtes 2:0 erhöhen und Tom hielt seinen Kasten bis zur Pause sauber. Nach der Halbzeitpause häuften sich die Chancen für unsere Jungs, einzig das Glück im Abschluss fehlte und so blieben Hochkaräter ungenutzt. So durfte Antonio beinahe Jubeln, als seine tolle Direktabnahme den Ball an den Querbalken beförderte. In der 15. Minute musste Kai allerdings erst einmal hinter sich greifen, als der Geraer Kapitän zum 2:1 verkürzte. Kurz kam die Erinnerung an das letzte Aufeinandertreffen wieder ins Bewusstsein, diesmal jedoch spielten die Jungs um Kapitän Aaron ihr Spiel konsequent weiter und Kai ließ bis zum Schlusspfiff keinen Treffer mehr zu. Stattdessen konnten Aaron in der 18. und Simon in der letzten Spielminute für den verdienten 4:1 Endstand sorgen.

RSC Chemnitz – RSC Gera I             5 : 2

Im dritten Spiel des Tages stand man der 1. Mannschaft aus Gera gegenüber. Klar war, dass dieses Spiel wohl der erste richtige Härtetest werden würde, konnten die Thüringer doch den bis dato punktverlustfreien Falkenseern ein 2:2 Unentschieden abtrotzen. Doch unseren Jungs gelang ein Start nach Maß: Schon in der 2. Spielminute konnte Daniel zur 1:0 Führung treffen und nachdem er bis zur 7. Spielminute noch zwei weitere Treffer nachlegen konnte, sorgte er durch einen lupenreinen Hattrick schon früh für klare Verhältnisse. Eine Minute später musste man allerdings den 1:3 Anschlusstreffer hinnehmen, wobei nicht ganz klar ist, ob der Ball überhaupt die Torlinie überquert hat. Davon unbeeindruckt erhöhte Aaron kurz vor der Pause auf 4:1 und gab seinem Team wieder die nötige Sicherheit. Nach dem Seitenwechseln erspielten sich unsere Jungs nun Chancen en masse. Aber der Ball schien wie verhext zu sein und wollte einfach nicht den Weg ins gegnerische Tor finden. In der 16. Minute gelang Aaron schließlich per Direktabnahme nach Vorlage von Raik der fünfte Treffer für die Chemnitzer in diesem Spiel. Ein später Treffer der Geraer vom Sechsmeterpunkt brachte keine Gefahr mehr und so konnte man dank einer engagierten Leistung optimistisch in das letzte Spiel gegen Falkensee gehen.

 

RSC Chemnitz – SV Motor Falkensee             4 : 5

Im letzten Spiel kam es nun wieder zum Duell gegen den Rivalen aus Berlin, gegen den man schon drei knappe Niederlagen einstecken musste. Vor heimischem Publikum und auf der für die Falkenseer ungewohnten Außenbahn sollte es nun endlich mit dem ersten Sieg klappen. Bis zur 6. Spielminute gelang es unseren Jungs gut, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Dann musste man jedoch nach einer zweifelhaften Entscheidung das 0:1 durch einen Sechsmeter hinnehmen, wobei Kai diesen harten Schuss beinahe noch mit der Klatschhand parieren konnte. Leider folgte nicht die erhoffte Trotzreaktion. Stattdessen wurde zwar weiter solide verteidigt, kleine Unaufmerksamkeiten ließen die Falkenseer Jungs aber bis zur Halbzeit noch zweimal jubeln. Im Angriff fehlte das nötige Tempo und Selbstvertrauen, sodass man nicht wirklich gefährlich vor das gegnerische Tor kam. Sichtlich enttäuscht ließen die Jungs ihre Köpfe in der Halbzeitpause hängen, schien doch ein 0:3 gegen diesen starken Gegner schon die Vorentscheidung zu sein. Doch aufgeben bringt nichts, so hieß die Prämisse nun noch einmal alles zu probieren und nach vorn zuwerfen. Doch nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff konnte Falkensee direkt vom Anstoß auf 4:0 erhöhen. Wer nun dachte, dies sei der endgültige Genickbruch im Chemnitzer Spiel, lag allerdings falsch. Mit dem Rücken zur Wand spielten die Jungs nun mutiger nach vorn und konnten sich zahlreiche Torchancen erspielen. Aus den entstehenden Räumen konnte Falkensee immer wieder gefährlich kontern, doch Tom war nun hoch konzentriert und hielt das Ergebnis vorerst. Kapitän Aaron war es dann, der mit einem tollen Kunststück unser Team zum ersten Mal jubeln ließ. Nach einem Abpraller legte er sich den Ball in der Luft zurecht und spitzelte ihn unter die Latte am Torhüter vorbei. Als ihm dann eine Minute später der nächste Treffer zum 4:2 gelang, kehrte die Hoffnung endgültig zurück, hier noch etwas erreichen zu können. Doch mitten in diese Euphorie gelang den Falkenseern durch einen Konter in der 16. Minute das 5:2. Angefeuert von den Zuschauern steckten unsere Jungs auch diesen Rückschlag weg und spielten weiter mit Tempo und dem in der ersten Hälfte vermissten Selbstvertrauen nach vorn. Und wieder war es Aaron, der das Heft in die Hand nahm und mit einem weiteren sehenswerten Volley-Tor in Profimanier zum 5:3 abschloss. Spätestens jetzt wurde das Spiel zum offenen Schlagabtausch, in dem Tom seiner Mannschaft durch eine bärenstarke Leistung den nötigen Rückhalt gab. Als dann Raik drei Minuten vor dem Ende der Anschlusstreffer zum 4:5 gelang, geriet der Favorit zunehmend ins Wanken und musste sich durch eine Auszeit erst einmal wieder sammeln. In den letzten drei Minuten waren unsere Jungs weiterhin am Drücker und nah am Ausgleich dran, für die Sensation hat es aber leider nicht gereicht. Trotzdem können die Jungs um Kapitän Aaron stolz auf ihre kämpferische Leistung sein. Wenn man nach 4:0 Rückstand gegen so einen so starken Gegner noch einmal bis auf 4:5 herankommt, zeugt das von starkem Teamgeist und guter Moral.

 

Auch wenn es wieder nicht für einen Sieg gegen Falkensee gereicht hat, kann doch recht zufrieden auf die Saison in der Ostdeutschen Meisterschaft zurückblickt werden. Unser doch recht junges Team konnte trotz des Altersunterschieds der mit Over Age - Spielern gespickten Mannschaft aus Falkensee über alle vier Spiele hinweg Paroli bieten. Unter dem Strich steht ein unangefochtener 2. Platz, mit dem sich unser Team auch die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft im Herbst in Düsseldorf gesichert hat. Glückwünsche gehen an dieser Stelle an den Sieger aus Falkensee und alle anderen Mannschaften, die stets ihr Bestes gegeben haben. Auch die Integration von Vincent, Jonas, Arian und Antonio in den Spielbetrieb hat super funktioniert und so können sich die vier neben wertvoller Spielerfahrung nun auch über ihre ersten Rollhockey-Medaillen freuen. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt aber nicht, denn in drei Wochen können sich unsere Jungs dann beim Ruhrpott-Cup in Recklinghausen gegen internationale Teams beweisen.

 

Für den RSC Chemnitz spielten

im Tor: Kai, Tom

Feldspieler: Aaron, Antonio, Arian, Daniel, Jakob, Raik, Simon