Edelmetall im 12. Anlauf

 

geschrieben von Frank Wolf

 

Nun schon zum 12. Mal wurde die Deutsche Meisterschaft für Ü35-Mannschaften ausgetragen. Diesmal war man in Remscheid zu Gast. Auch mit Blick auf die starken Gruppengegner aus Darmstadt und Cronenberg fuhren die Oldies aus Chemnitz ohne große Ambitionen ins Bergische Land. Gute Spiele abzuliefern und vielleicht einen der „Großen“ zu überraschen war das Ziel.

Erster Gruppengegner war kein geringerer als der Titelverteidiger vom RSC Darmstadt. Hinten sicher stehen und mit Kontern zum Torerfolg zu kommen war der Plan und der ging bis zur Halbzeit gut auf. Beim Halbzeitstand von 2 zu 2 war noch alles drin, allerdings war nun noch mehr Angriffsdruck der Hessen zu erwarten. Der kam auch, die Abwehr der Chemnitzer stand aber sicher. Auch der zweite Teil des Matchplans ging nun auf, denn mit blitzsauberen Kontern ging man sogar in Führung. Die ließen sich die Oldies auch nicht mehr abnehmen und so war mit dem 5 zu 3- Sieg die erste faustdicke Überraschung perfekt.

Auch im zweiten Spiel gegen den RSC Cronenberg war man krasser Außenseiter. Ziel war, möglichst lange gegenzuhalten aber auch noch ein paar „Körner“ für das letzte Gruppenspiel zu sparen. Allerdings war gegen die mit 5 ehemaligen Nationalspielern angetretene Cronenberger Angriffsmaschinerie kein Kraut gewachsen und schnell lag man aussichtslos zurück. Doch das die Chemnitzer nicht im Schongang zu schlagen waren zeigte sich, als Cronenberg Mitte der zweiten Halbzeit beim Stand von 2 zu 8 einen Gang zurückschaltete. Schnell verkürzten die Chemnitzer Oldies den Rückstand auf 2 Tore und mit dem Endstand von 7 zu 10 konnte man durchaus zufrieden sein.

Im letzten Gruppenspiel gegen die TSG Darmstadt reichte nun ein Remis, um den Einzug ins Halbfinale perfekt zu machen. Doch das schien die Chemnitzer eher zu lähmen. In der ersten Hälfte lief gar nichts zusammen und der Halbzeitstand von 1 zu 4 machte kaum Hoffnung auf einen Erfolg. Als dann auch noch das fünfte Tor für Darmstadt fiel, schienen alle Messen gelesen. Doch Aufgeben kam nicht in Frage und nachdem der zweite Treffer gelang, schien der Knoten geplatzt. Innerhalb weniger Minuten schafften die Jungs den Ausgleich. Bei den sichtlich geschockten Hessen lief nun gar nichts mehr und Chemnitz spielte sich in einen regelrechten Rausch. Mit einer unglaublichen Aufholjagd drehten die Oldies das Spiel noch zum Endstand von 8 zu 6 und der Halbfinaleinzug war perfekt.

Im Halbfinale wartete dann der Gastgeber aus Remscheid. Der war natürlich vor eigenem Publikum hoch motiviert. Doch auch die Chemnitzer hatten sich viel vorgenommen. Gut hielt man mit dem Favoriten mit und der knappe Rückstand von 1 zu 2 zur Halbzeit machte Hoffnung auf eine  weitere Überraschung. Doch nach dem Seitenwechsel bauten die Remscheider ihre Führung weiter aus. 9 zu 3 hieß es am Ende und alle Konzentration lag nun auf dem Spiel um Platz 3.

Gegner im Spiel um die Bronzemedaille war die ERG Iserlohn. Beide Mannschaften begannen hoch konzentriert und ließen wenig Torchancen zu. Mitte der ersten Hälfte dann doch der Führungstreffer für Chemnitz und mit etwas Glück bei zwei Pfostentreffern der Iserlohner konnte die Führung bis zu Pause verteidigt werden. Auch nach dem Seitenwechsel spielten die Chemnitzer konzentriert weiter. Selbst vom zwischenzeitlichen Ausgleich ließen sie sich nicht beirren und gingen kurz danach wieder in Führung. Iserlohn warf nun alles nach vorn, doch Chemnitz ließ nichts mehr anbrennen. Ein Konter brachte dann das 3 zu 1 und Axel Köhler machte mit einem Penalty 3 Sekunden vor dem Ende den Sack endgültig zu. Der Schlußpfiff ging im Jubel der Chemnitzer Spieler unter und der sensationelle Medaillengewinn war perfekt.

 

Chemnitz spielte mit:

Frank Wolf im Tor, mit Axel Köhler,Daniel Drossel und Heiko Schwarzer in der Abwehr und mit Norbert Uhlig, Kay Naumann und Enrico Rhein im Sturm